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  • BfR veröffentlicht Untersuchung zum Rückgang der Tierversuchszahlen in Deutschland

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine Untersuchung zu den sinkenden Versuchstierzahlen in Deutschland veröffentlicht. Es hielt eine systematische Ursachenanalyse für notwendig, weil die Gründe für den Rückgang dieser Zahlen nicht eindeutig sind und verschiedene Interessengruppen unterschiedliche Erklärungen und Forderungen äußerten. Insbesondere von Wissenschaftsseite wird gerne die Argumentation bemüht, dass aufgrund der strengen Prüfung der Tierversuchsanträge Forscher:innen ihre Arbeiten ins Ausland verlagern und damit Innovation in Deutschland verloren geht. Ursachen des Tierversuchsrückgangs in Deutschland: Neben dem Aufstieg innovativer Alternativmethoden (wie Zellkulturen und Simulationen) treiben vor allem stagnierende Fördermittel und harter Wettbewerb um Gelder den Rückgang voran. Einen geringen Teil macht zudem die Auslagerung einzelner Forschungsaufträge in EU-Länder und die USA aus (ca. 15 %). Grafik: Computer-generiert. Faktoren, die zum signifikanter Rückgang der Tierversuchszahlen führen, sind vielfältig Das BfR hat ermittelt, dass die Zahlen der in Deutschland für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Versuchstiere seit 2019 kontinuierlich gesunken sind und 2024 erstmals unter zwei Millionen lagen (Tötungen zur Organentnahme und Tötungen von Überschusstieren, die überhaupt nicht in den Tierversuch kamen, wurden dabei nicht mit eingerechnet). Der Rückgang ist demnach statistisch signifikant. Er betrifft besonders die Bereiche regulatorische Tierversuche, translationale und angewandte Forschung, zunehmend aber auch die Grundlagenforschung. Allerdings zeigt sich im Vereinigten Königreich sowie in Frankreich, die zum Vergleich herangezogen wurden, eine ähnliche Entwicklung. Der Rückgang der Versuchstierzahlen lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Wichtige Einflussfaktoren sind unter anderem ein weniger starker Anstieg der staatlichen Förderung für die lebenswissenschaftliche Forschung in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen Bereichen. Zudem hat die Konkurrenz um die Fördermittel zugenommen. Eine Rolle spielen auch tierversuchsfreie Methoden, vor allem in den untersuchten Bereichen Neurowissenschaften und Immunologie, was zur Reduktion von Tierversuchen beiträgt. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass die Genehmigungsverfahren selbst eine wesentliche Hürde darstellen, stellt das BfR in seiner Untersuchung fest. Die Auswertung ergab zudem, dass sich kein Rückgang der wissenschaftlichen Produktivität erkennen lässt. Auch der Anteil der ins Ausland verlagerten Forschung ist bislang gering. Ein Teil der Unternehmen verlagert zwar Forschung und Entwicklung ins Ausland. Die Gründe sind jedoch vor allem z.B. Innovationsgeschwindigkeit, Kostenvorteile und eine geringere Bürokratie. 72 % der befragten Unternehmen führen noch immer ihre Forschung und Entwicklung intern durch, 12 % vergaben derartige Aufträge an andere Unternehmen innerhalb Deutschlands und lediglich 15 % ins Ausland (insbesondere EU-Länder und USA). Weitere Informationen und Originalpublikation: Bundesinstitut für Risikobewertung (Ed.), n.d. Sinkende Versuchstierzahlen in Deutschland: Wissenschaftsbericht des BfR. https://doi.org/10.17590/20260902-142638-0

  • Neuer Simulator könnte bald lebende Schweine im medizinischen Training zu Explosionsverletzungen ersetzen

    Vorbereitung eines Schweins für ein medizinisches oder traumatisches Experiment zur Erforschung von Druckwellen. Grafik: Computer-generiert. Dank zweier britischer Wissenschaftler, Dr. Mainul Haque und Timothy Scott, können Simulatoren möglicherweise die Verwendung von Tieren in Explosionsexperimenten ersetzen. Das computergestützte System zielt darauf ab, die Behandlung von durch Explosionen verursachten Lungenschäden zu untersuchen. Anhand von Daten aus tatsächlichen Kriegsopfern sowie anderen vorhandenen Datenbeständen von Menschen und Tieren kann das Modell vollständige Körpersysteme und deren Reaktionen auf Verletzungen simulieren. Die Verwendung lebender Tiere in Explosionsexperimenten ist nicht nur grausam, sondern auch ineffizient und kostspielig. Wie Scott und Kollegen kürzlich in einer veröffentlichten Studie feststellten, ist ein Simulator „billiger als Tiermodellierung, erfordert eine weniger strenge ethische Zulassung und kann Szenarien berücksichtigen, die in der Forschung mit lebenden Tieren oder Menschen unerreichbar sind, wie mehrere Opfer mit mehreren Verletzungsereignissen“. Weitere Information unter: https://www.peta.org.uk/blog/new-simulator-could-replace-horrific-training-exercises-on-live-pigs/

  • Studium ohne Tierleid: Hochschul-Wegweiser informiert über Tiernutzung und Alternativen

    Um Studierenden eine umfassende Orientierungshilfe zu geben, wo in Deutschland ein weitgehend tierverbrauchsfreies Studium möglich ist, veröffentlicht der Bundesverband Menschen für Tierrechte im Rahmen des Projektes SATIS den neuen Hochschul-Wegweiser für ein Studium ohne Tiereinsatz. In einer umfangreichen Online- und Telefon-Umfrage sowie Recherche wurden 462 Dozierende von 711 Kursen in Biologie und Biologie-verwandten Studiengängen sowie in der Human- und Veterinärmedizin befragt. Daraus ist ein über 160-seitiges Nachschlagewerk entstanden. Es richtet sich auch an Dozierende, indem es aufzeigt, mit welchen Alternativen an anderen Universitäten die Nutzung von lebenden oder getöteten Tieren vermieden wird. Immer mehr tierleidfreie Lehrmethoden Der zunehmende Einsatz von tierleidfreien Lehrmethoden, wie Videos, Modelle, Simulationsprogramme und -geräte, Selbstversuche, Dauerpräparate und Spendertiere, die natürlich verstorben sind oder aus medizinischen Gründen eingeschläfert wurden, zeigt, dass Studierende die Lernziele auch erreichen können, ohne dass Tiere dafür getötet werden müssen. Einfache Handhabung des Wegweisers Der SATIS-Hochschul-Wegweiser ist so aufgebaut, dass eine schnelle Suche durch einfaches Anklicken der je nach Tiereinsatz farblich gekennzeichneten Studienorte möglich ist. Die Darstellung der Kurse ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen den Hochschulen. Dafür wurden alle Kurse, die potenziell Tiere einsetzen, in vier Kategorien eingeordnet, je nach Nutzung von Tieren/Alternativen/Ausweichoptionen, Wirbeltieren/Wirbellosen sowie invasiven/nicht-invasiven Eingriffen. Detaillierte Kursinhalte sind separat aufgeführt. Deutschlandweite Umfrage gibt Überblick In der deutschlandweiten Umfrage zum Einsatz von lebenden und toten Tieren sowie tierleidfreien Alternativen wurden u.a. Tierart, Herkunft der Tiere, Lernziele, Versuchsablauf und Bewertung von Alternativen im Vergleich zum Tiereinsatz abgefragt. Die Antworten wurden durch Modulbeschreibungen und Informationen der Hochschulen ergänzt. SATIS-Hochschul-Wegweiser 2023 informiert über Tiernutzung und Alternativen im Studium Der SATIS-Hochschul-Wegweiser wurde im Jahr 2023 im Rahmen einer deutschlandweiten Online- und Telefonumfrage an 462 Kursverantwortliche von 711 Kursen der Biologie und Biologie-verwandten Studiengängen (Bachelor und Lehramt) sowie in der Human- und Veterinärmedizin erstellt. Er ist eine umfassende Orientierungshilfe für Studierende, wo in Deutschland ein weitgehend tierverbrauchsfreies Studium möglich ist. Das über 150-seitige Nachschlagewerk richtet sich auch an Dozierende. Denn die Übersicht zeigt auf, mit welchen Alternativen an anderen Universitäten die Nutzung von lebenden oder getöteten Tieren für Übungen vermieden wird. Der zunehmende Einsatz von tierleidfreien Lehrmethoden, wie Videos, Modelle, Simulationsprogramme und -geräte, Selbstversuche, Dauerpräparate und Spendertiere, die natürlich verstorben sind oder aus medizinischen Gründen eingeschläfert wurden, zeigt, dass Studierende die Lernziele auch erreichen können, ohne dass Tiere dafür getötet werden müssen. Damit ist der sogenannte Tierverbrauch, das heißt der schädigende Einsatz von Tieren, meist überflüssig, um ein Studium erfolgreich abzuschließen. Die Vielzahl bereits eingesetzter alternativer Lehrmaterialien zeigt pädagogisch wertvolle und innovative Wege, wie die zukünftige Lehre gestaltet werden kann. Der hohen Verantwortung von Lehrer:innen, Forscher:innen und Mediziner:innen sollte bereits in der Ausbildung Rechnung getragen werden. Auskunft zum Einsatz von Tieren und Alternativen Die Dozent:innen wurden unter anderem befragt, ob und welche tierleidfreien Alternativen genutzt werden. Außerdem wurden Fragen zum Einsatz von lebenden und toten Tieren bzw. Tierteilen gestellt und ob es Ausweichmöglichkeiten für Studierende gibt, die dies ablehnen. Weiterhin wurden Tierart, Herkunft der Tiere, Lernziele, Versuchsablauf und Bewertung von Alternativen im Vergleich zum Tiereinsatz abgefragt. Die Antworten wurden durch Modulbeschreibungen und Informationen der Hochschulen ergänzt. Somit konnten über 70 Prozent der 711 Pflicht- und Wahlpflicht-Kurse von deutschlandweit 119 Studiengängen bewertet werden: Für 55 Hochschulen im Fach Biologie, für 32 Hochschulen im Fach Humanmedizin sowie für die fünf veterinärmedizinischen Fachbereiche. Anleitung zur Nutzung des Wegweisers Der Wegweiser ist so aufgebaut, dass eine schnelle Suche durch einfaches Anklicken der je nach Tiereinsatz farblich gekennzeichneten Studienorte möglich ist. Die Darstellung der Kurse ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen den Hochschulen. Die Studiengänge sind farblich geordnet nach einem eigens definierten Schweregrad des Tierverbrauchs in den Pflichtkursen. Dafür wurden alle Kurse, die potenziell Tiere einsetzen, in vier Kategorien eingeordnet, je nach Nutzung von Tieren/Alternativen/Ausweichoptionen, Wirbeltieren/Wirbellosen sowie invasiven/nicht-invasiven Eingriffen. Farbliche Einordnung der Studiengänge und Kurse: Grün: ohne Tiereinsatz Gelb: Tiereinsatz, aber Ausweichoption (1) / nicht-invasive Versuche / „Schlachtabfall“, Beifang Orange: Einsatz von Wirbellosen (2) (invasive Versuche, tote Tiere) Rot: Einsatz von Wirbeltieren, Kopffüßern, Zehnfußkrebsen (invasive Versuche, tote Tiere) Neben Anatomie, Physiologie, Bestimmungsübungen wurden u.a. auch Genetik, Entwicklungsbiologie, Neurobiologie und weitere Schwerpunkte erfasst. Detaillierte Kursinhalte sind separat aufgeführt. Hinweis Unsere erste Umfrage führten wir in den Jahren 2011/2012 durch. Um die Entwicklungen bis heute (2023/2024) sichtbar zu machen, befinden sich – soweit vorhanden – diese Angaben in den Kursbeschreibungen. (1) Ausweichoptionen sind in dem Wegweiser Alternativen, die einzelnen Studierenden auf Anfrage/Antrag gewährt werden (und nicht standardmäßig eingesetzt werden). (2) Versuche an Wirbellosen mit Ausnahme von Kopffüßern und Zehnfußkrebsen sind, im Gegensatz zu Tierversuchen (Eingriffe an Wirbeltieren und Kopffüßern), nicht genehmigungspflichtig bzw., im Gegensatz zu Eingriffen an Zehnfußkrebsen, nicht anzeigepflichtig. Die Versuchspraktiken unterliegen daher keinen Reglementierungen. Der Verband dankt allen teilnehmenden Dozent:innen für Ihre Auskunft! Hier können Sie den Hochschul-Reader herunterladen. Positive Entwicklung in Human- und Veterinärmedizin Im Vergleich zur letzten Umfrage vor elf Jahren zeigt sich ein positiver Trend in der Human- und Veterinärmedizin: Hier setzen sich zunehmend tierleidfreie Lehrmethoden durch. Wurden in der Humanmedizin vor elf Jahren noch in mindestens 46 Prozent der Studiengänge Tiere eingesetzt, sind es heute nur etwa 22 Prozent, siehe Abb. 1, Kategorie rot (Wirbeltiere) und orange (Wirbellose). In der Veterinärmedizin wurden 2011 an allen fünf Hochschulen Tiere „verbraucht“. Nach der aktuellen Umfrage ist dies nach den auswertbaren Angaben nur noch an zwei Hochschulen der Fall. Da für viele Studiengänge nicht alle Pflichtkurse bewertet werden konnten, kann der Anteil auch höher liegen. Dennoch kann von einem positiven Trend zu tierleidfreien Lehrmethoden in der Human- und Veterinärmedizin ausgegangen werden. Abb. 1: Anzahl der Studiengänge in den Kategorien nach Einsatz von Tieren/Alternativen. Die Einordnung der Studiengänge basiert auf dem Pflichtkurs mit schwerwiegendstem Tiereinsatz. Die Einordnung der Studiengänge in Kombination mit ■ ist nicht sicher und kann, je nach Methode in den Pflichtkursen ohne bisherige Angabe, zur Kategorie mit schwerwiegenderem Tiereinsatz wechseln. Bei diesen Kursen sollten Studierende nachfragen. Von den 32 auswertbaren Medizin-Studiengängen setzen sieben Hochschulen (22 Prozent) im vorklinischen Teil Alternativen ein, siehe Abb. 1 (Kategorie grün). Bei fünf Hochschulen (16 Prozent) müssen Studierende in den Pflichtkursen immer noch Übungen an Wirbeltieren sowie Kopffüßern und Zehnfußkrebsen durchführen (Kategorie rot). Im Studium der Veterinärmedizin setzen die tierärztlichen Hochschulen Gießen und München setzen Wirbeltiere bzw. Kopffüßer oder Zehnfußkrebse in invasiven Versuchen oder für Präparationen ein (Kategorie rot). In Hannover und Leipzig sind die auswertbaren Pflichtkurse tierleidfrei (Kategorie grün-schwarz). Biologie: höchster Tierverbrauch Enttäuschend ist die Entwicklung bei der Biologie (Bachelor): Bei mindestens 78 Prozent der Biologie-Studiengänge werden noch immer Tiere getötet oder in invasiven Versuchen eingesetzt, siehe Abb. 1 (Kategorie rot und orange). Das heißt die Studierenden dort müssen zwingend an lebenden oder getöteten Tieren üben, um den Leistungsnachweis zu erhalten. Bei 36 der 55 auswertbaren Studiengänge (66 Prozent) enthalten die Pflichtkurse Übungen an Wirbeltieren bzw. Kopffüßern oder Zehnfußkrebsen (Kategorie rot). Besonders viele Tiere werden in den Sezierkursen der Zoologie bzw. Anatomie eingesetzt. Auch in der Physiologie werden oft Organe getöteter Tiere verwendet und auch Tierversuche an lebenden Tieren durchgeführt. Dabei gibt es Hochschulen, die auch im Biologie-Studium diese klassischen Pflichtkurse tierleidfrei durchführen: Zwei Biologie-Studiengänge konnten der grünen Kategorie, also ohne standardmäßigen Tierverbrauch zugeordnet werden (siehe Abb. 1). Biologie-Studium (Bachelor) tierleidfrei möglich So können die Biologiestudierende in Freiburg und Mainz zwischen den Kursen bzw. Übungen mit und ohne Tierverbrauch wählen. In Mainz können dabei die klassischen Fächer Zoologie und Physiologie tierleidfrei belegt werden. Die Auswahl wird im Zeugnis vermerkt, hat aber keine Auswirkungen auf das weitere Studium. Die Leistungen ohne Tierverbrauch sind denen mit Tiereinsatz ebenbürtig. Auch die Uni Flensburg (nur Lehramt) bietet in den auswertbaren Pflichtkursen standardmäßig tierfreie Übungen an, allerdings erhielt SATIS keine Auskunft über den dortigen Anatomiekurs (Kategorie grün-schwarz). Vier Studiengänge der Biologie wurden dem kritischen Bereich (gelb) zugeordnet, siehe Abb. 1. Hier werden in den Pflichtkursen nicht-invasive Tierversuche durchgeführt. Alternativ können Studierende auf Anfrage bzw. Antrag die Übungen an Tieren umgehen (3) oder es werden tierische Materialien von Schlachthöfen oder Beifänge verwendet. In drei Biologie-Studiengängen werden unter den Pflichtkursen ausschließlich wirbellose Tiere in invasiven Versuchen eingesetzt oder getötet. (3) siehe Verzichtsmöglichkeit in 10 Bundesländern Fach Zoologie: Ersatzmethoden sind die Ausnahme Abb. 2: Anzahl der Kurse Zoologie/Anatomie und Physiologie (jeweiliger Grundkurs in den Studiengängen Biologie und Medizin) in den Kategorien nach Einsatz von Tieren beziehungsweise Alternativen (Legende siehe Abb. 1). Im Grundpraktikum der Zoologie wird im Biologie-Studium die Anatomie der Tiere untersucht. Dafür werden an den meisten Unis getötete Tiere präpariert. 34 von 53 Biologie-Studiengängen verwenden in diesem Kurs getötete Wirbeltiere sowie Kopffüßer oder Zehnfußkrebse, siehe Abb. 2 (Kategorie rot). Ersatzmethoden sind die Ausnahme. Hier scheint es für viele Dozent:innen eine Notwendigkeit zu sein, echte Tiere zu sezieren, statt Präparations-Modelle, Computerprogramme oder Videoaufzeichnungen zu verwenden – und das, obwohl die Lernziele an anderen Hochschulen ohne Tiertötungen erreicht werden können. Bei der Umfrage zeigt sich, dass viele Dozent:innen den Einsatz von Tieren befürworten. Andere zeigten sich bemüht, Kurse umzustellen, indem stattdessen Wirbellose verwendet oder Ausweichoptionen angeboten werden. Mainz: Zoologie ohne Tierverbrauch Eine Vorbildfunktion hat die Hochschule Mainz: Hier kann die Anatomie im Biologiestudium standardmäßig ohne Tierverbrauch absolviert werden, siehe Abb. 2 (Kategorie grün). An 15 Hochschulen werden für das Fach auf Anfrage bzw. Antrag Videos von Präparationen angeboten oder „Schlachtabfälle“ bzw. Beifang verwendet (Kategorie gelb). An drei Hochschulen werden ausschließlich Wirbellose eingesetzt (Kategorie orange). Spendertiere retten Leben In der Tiermedizin ist von den drei auswertbaren Anatomiekursen ebenfalls nur einer tierleidfrei: In Berlin werden nur Körper von Tieren seziert, die eingeschläfert werden mussten (Kategorie grün). In Gießen werden Tiere aus der Pathologie sowie Spendertiere präpariert. Zugekauft werden Schafe und Hühner, die aus Alters- und Krankheitsgründen aus landwirtschaftlichen Betrieben abgegeben wurden (Kategorie gelb). In München werden Spendertiere, wie Pferde, Hunde und Katzen sowie Schweine aus Tierversuchen präpariert (Kategorie rot). Physiologie: Alternativen gleichwertig oder besser Anders sieht es bei der Physiologie aus: In diesem Fach setzen sich tierleidfreie Methoden immer mehr durch. Bundesweit werden noch in elf Physiologie-Kursen (23 Prozent) der Biologiestudiengänge Wirbeltiere, Kopffüßer oder Zehnfußkrebse bzw. getötete Tiere eingesetzt, siehe Abb. 2 (Kategorie rot). In 19 Kursen (40 Prozent) haben die Unis standardmäßig auf Ersatzmethoden umgestellt (Kategorie grün). Dies sind beispielsweise Selbstversuche und Simulationsprogramme, wie die Sim-Reihe von Virtual Physiology. Die Umfrage ergab, dass viele Dozent:innen von den Alternativen überzeugt sind. Sie bewerteten sie, hinsichtlich der Erreichung der Lernziele, des Ressourcenverbrauchs und der Akzeptanz durch die Studierenden, als gleichwertig, teilweise sogar besser als die Übungen mit Tieren. Medizin: Alternativen gebräuchlicher Im Studium der Humanmedizin werden im Praktikum der Biologie traditionell präparierte Tiere verwendet. Nach der aktuellen Umfrage sind mittlerweile zehn der auswertbaren Kurse, also etwa zwei Drittel, tierleidfrei, siehe Abb. 2 (Kategorie grün). Die Physiologie-Kurse werden zu 84 Prozent (16 Kurse) ohne Tiere durchgeführt. Skills Labs und Simulationsprogramme Für die Physiologie im tiermedizinischen Studium haben wir nur von zwei Hochschulen Informationen erhalten: In Gießen werden neben Filmmaterial und Computersimulationen praktische Übungen zur Diagnostik an Ziegen durchgeführt (Kategorie gelb). München verwendet Simulationsprogramme und zur Diagnostik abgenommenes tierisches Blut (Kategorie grün). Positiv ist, dass es an allen fünf Hochschulen mittlerweile Skills Labs gibt, mit denen die Studierenden ihre chirurgischen Fertigkeiten an Modellen trainieren können. Nötig: tierleidfreie Pflichtkurse Dass erfolgreiche Abschlüsse ohne das Töten von Tieren möglich sind, zeigen die vielen Hochschulen, die die klassischen Pflichtkurse komplett tierleidfrei durchführen. Der Tierverbrauch ist in den meisten Fällen für die spätere berufliche Tätigkeit nicht nötig. Nur ein Bruchteil der angehenden Biolog:innen arbeitet später praktisch mit Tieren. Wer später Tierversuche durchführt, muss sowieso einen zusätzlichen tierexperimentellen Kurs absolvieren. Tiereinsatz oft widerrechtlich Abgesehen davon, dass zunehmend gleichwertige, moderne Alternativen zur Verfügung stehen, ist es nicht nur unethisch, Tiere zu töten, sondern auch unrechtmäßig. Denn nach EU-Tierversuchsrichtlinie sollen Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken oder zu Bildungszwecken nur dann eingesetzt werden, wenn es keine Alternative gibt. Ähnlich regelt es das deutsche Tierschutzgesetz unter § 7a. Danach dürfen Tierversuche, nur durchgeführt werden dürfen, soweit sie für bestimmte Zwecke, darunter die Aus-, Fort- oder Weiterbildung, unerlässlich sind. Das Problem ist der Interpretationsspielraum bei der Frage, ob der Zweck auch durch Alternativen erreicht werden kann. Dies beantworten Dozent:innen unterschiedlich. Außerdem wird in der Praxis zu selten geprüft, ob alternative Lehrmethoden existieren. Um sicherzustellen, dass der Tiereinsatz tatsächlich beendet wird, sobald eine alternative Lehrmethode existiert, muss es verbindliche und aktuelle Listen von Alternativen geben, deren Einsatz verpflichtend ist. Ihre Nutzung müsste regelmäßig überprüft und bei Verstößen mit empfindlichen Strafen belegt werden. Bitte beachten: Alle Angaben ohne Gewähr Aufgrund der Vielfalt der angebotenen Studiengänge und Fakultäten in Deutschland sowie der teilweise wechselnden Lehrangebote soll diese Übersicht nicht als vollständig betrachtet werden. Wir bemühen uns um eine ständige Aktualisierung. Sollten die Informationen zu den Lehrinhalten und Studienmöglichkeiten an Ihrer Universität fehlen bzw. nicht mehr aktuell sein, würden wir uns über eine Rückmeldung freuen.

  • NIH finanziert Initiative zur Verbesserung des Verständnisses der geschlechtsspezifischen Hormonbiologie

    Grafik: Schematische Übersicht der geschlechtsspezifischen Endokrinologie. Vergleich der hormonellen Regelkreise (Hypothalamus-Hypophysen-Achsen), der chemischen Strukturen zentraler Steroidhormone (Östrogene, Progesteron, Testosteron) sowie ihrer spezifischen physiologischen Wirkungsweisen und gemeinsamen endokrinen Organe bei Frau und Mann. Darstellung: Computer-generiert. Die National Institutes of Health (NIH) stellen 21 Millionen Dollar für die Einrichtung eines Forschungsprogramms bereit, das die Entwicklung computergestützter Methoden vorantreiben soll, mit denen die selbst regulierenden Prozesse menschlicher Hormone – die sogenannte Hormonhomöostase – modelliert und simuliert werden können. Geschlechtshormone interagieren mit vielen Geweben und Körpersystemen über das Fortpflanzungsgewebe hinaus, darunter Lunge, Knochen und das Immunsystem. Veränderungen der Hormonhomöostase, wie beispielsweise Schwankungen, die während der Pubertät, des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft und der Menopause auftreten, können systemische Reaktionen und langfristige Veränderungen im Körper auslösen. Hier besteht ein dringender Forschungsbedarf, der diese Schwankungen im Lebensverlauf und Veränderungen in mehreren Organsystemen berücksichtigt, um den vollen therapeutischen und klinischen Nutzen zu erschließen. „Aktuelle mathematische und Tiermodelle erfassen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht ausreichend. Diese Lücke zu schließen ist entscheidend für das Verständnis der geschlechtsspezifischen Biologie und die Entwicklung individuellerer therapeutischer Ansätze“, so Dr. Nicole Kleinstreuer, stellvertretende Direktorin für Programmkoordination, Planung und strategische Initiativen am NIH. Das Programm wird neue Ansätze der computergestützten Modellierung auf Basis biologischer Daten des Menschen nutzen, um genauer zu untersuchen, wie das Geschlecht einen Einfluss auf das Ansprechen auf Behandlungen ausübt. Quelle und weitere Informationen: https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-launches-21-million-initiative-improve-understanding-sex-specific-hormonal-biology

  • Bundestierschutzforschungspreis 2026 geht an Zelltoxikologin

    Die Zelltoxikologin Prof. Dr. Beate Escher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung hat die diesjährige Auszeichnung für ihre herausragende Arbeit bei der Entwicklung und Anwendung zellbasierter Biotestverfahren in Höhe von 100.000 Euro erhalten. Frau Prof. Escher erhält den Preis für einen zellbasierten in vitro-Wirktest, um spezifische toxische Wirkungen von Mikroverunreinigungen in Umwelt und Mensch zu untersuchen.Die Parlamentarische Staatssekretärin beim BMLEH und Bundestierschutzbeauftragte Silvia Breher sagte unter anderem zur Preisverleihung: „Wir wollen Tierversuche dort ersetzen, wo moderne und leistungsfähige Alternativen zur Verfügung stehen. Dafür brauchen wir exzellente Forschung und Menschen, die wissenschaftliches Neuland betreten und ihre Erkenntnisse in die Anwendung bringen. Mit dem Tierschutzforschungspreis fördern wir gezielt Forschung, die neue Wege eröffnet und dazu beiträgt, den Einsatz von Versuchstieren zu reduzieren.“ Stellvertretend für die Preisträgerin nahm Dr. Luise Henneberger (links) den Tierschutzforschungspreis von der Bundestierschutzbeauftragten Frau Breher entgegen. Im Hintergrund die Tierschutzforschungspreisträgerin Prof. Escher online zugeschaltet. Foto: Bert Schulz. BMLEH Es gibt unzählige Chemikalien, jedoch zu wenige Testressourcen, um all diese bestehenden und neu hinzukommenden Chemikalien zu bewerten. Daher sind neue methodische Ansätze ohne Tierversuch (New Approach Methodologies oder NAMs) vielversprechend, da sie hochdurchsatzfähige, mechanistisch informative Tests bieten, die die aktuelle regulatorische Toxizitätsprüfung verbessern. (1) Chemikalien können in Zellen laut Untersuchung der Preisträgerin vor allem zellgiftig wirken, aber auch oxidativen Stress und auch Dysfunktionalitäten in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien auslösen. Um dies zuverlässig festzustellen, wurde daher die Verwendung von 15 zellbasierten Hochdurchsatz-Assays vorgeschlagen. Mit herkömmlichen Methoden sind insbesondere die Persistenz, Bioakkumulation und Toxizität von Chemikalien schlecht zu bewerten, da sie auf Tierversuchen basieren, zu komplex sind und zu fehlerhaften Schlussfolgerungen führen können. Deshalb sollten tierfreie Hochdurchsatzmethoden genutzt werden, die die toxischen Effekte und deren Anhäufungen in den Zellen messen. (2) Vor allem auch im Bereich der Reproduktionstoxizität, also dort, wo bislang besonders viele Tiere in Tierversuchen eingesetzt werden, kann eine in-vitro-Testbatterie zum Einsatz kommen. Die Verfahren können dabei helfen, große Mengen von Chemikalien und komplexe Umweltproben standardisiert und zuverlässig zu untersuchen.Statt die Wirkung einer Substanz an einem Tier zu untersuchen, werden bei den von Prof. Escher entwickelten Verfahren lebende Zellen als Testsystem eingesetzt. So lässt sich beispielsweise untersuchen, ob eine Chemikalie oder eine Chemikalienmixtur das Zellwachstum, den Stoffwechsel oder das Überleben von Zellen beeinflusst. Am Beispiel des in der EU verbotenen Bisphenol A, ein hormonwirksamer Stoff, und zahlreiche, auf dem Markt erhältliche Alternativen konnten mit den in-vitro-Assays von Prof. Escher wichtige Erkenntnisse gewonnen werden: Diese Ersatzstoffe sind ähnlich oder sogar stärker hormonwirksam als der verbotene Stoff, manche sogar neurotoxisch. (3) Prof. Escher und ihr Team waren auch in das EU-Projekt Panoramix involviert, in welchem tierversuchsfreie Methoden und Strategien zur Bewertung von Kombinationswirkungen von relevanten, „natürlich“ vorkommenden Chemikaliengemischen auf den Menschen entwickelt und angewandt wurden. Dazu wurden Proben aus der Umwelt, aus Lebensmitteln sowie humane Blutproben in vitro auf ihre toxischen Wirkungen hin analysiert. (4) Der Preis wurde stellvertretend durch Dr. Luise Henneberger, Leiterin der Arbeitsgruppe Green Toxicology der Abteilung Zelltoxikologie am UFZ, entgegengenommen. Wir gratulieren recht herzlich. Im Anschluss fand die Feier für das 40-jährige Bestehen der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (set) statt. Zu diesem Anlass hielten Prof. Jens Kurreck von der Technischen Universität Berlin und Prof. Bettina Seeger von der Tierärztlichen Hochschule jeweils einen Vortrag über ihre Arbeiten. Hier geht es zur Preisverleihung auf YouTube: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/072-tierschutzforschungspreis.html Pressemitteilung des BMLEH: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/072-tierschutzforschungspreis.html Informationen zur Arbeitsgruppe am UFZ: https://www.ufz.de/index.php?de=34245 Weitere Informationen: (1) Stevens S, Muncke J, Escher BI. Mapping disease-linked AOPs to inform bioassay selection for chemical hazard assessment. Environ Int. 2026 Aug 16;215:110465. doi: 10.1016/j.envint.2026.110465. Epub ahead of print. PMID: 42636750. (2) Escher BI, Altenburger R, Blüher M, Colbourne JK, Ebinghaus R, Fantke P, Hein M, Köck W, Kümmerer K, Leipold S, Li X, Scheringer M, Scholz S, Schloter M, Schweizer PJ, Tal T, Tetko I, Traidl-Hoffmann C, Wick LY, Fenner K. Modernizing persistence-bioaccumulation-toxicity (PBT) assessment with high throughput animal-free methods. Arch Toxicol. 2023 May;97(5):1267-1283. doi: 10.1007/s00204-023-03485-5. Epub 2023 Mar 23. PMID: 36952002; PMCID: PMC10110678. (3) Srebny V, Braun G, Wojtysiak N, Escher BI. Introducing BPA-equivalents: assessing mixture toxicity and substitution of BPA in environmental exposure scenarios. Environ Sci Process Impacts. 2026 Mar 25;28(3):779-792. doi: 10.1039/d5em00802f. PMID: 41685524.(4) https://cordis.europa.eu/project/id/101036631

  • OECD: NAMs zum Testen auf Atemwegssensibilisierung

    Die OECD hat am 10. August eine ausführliche Publikation zum aktuellen Stand der Wissenschaft im Bereich der Atemwegssensibilisierung erarbeitet. Darin wird tierversuchsfreien Methoden als Grundlage für eine behördliche Bewertung des Endpunkts Atemwegssensibilisierung Vorrang eingeräumt. Das Projekt ging auf einen gemeinsamen Vorschlag von Österreich, Luxemburg, den Niederlanden, den Vereinigten Staaten und ICAPO zurück - dem Internationalen Rat für Tierschutz in den Programmen der OECD -. Mann mit Asthma. Foto: Computer-generiert. Eine Atemwegssensibilisierung ist eine allergische Überempfindlichkeit des Atemtraktes, die durch das Einatmen bestimmter Stoffe ausgelöst wird. Bei dem Prozess reagiert das Immunsystem nach Kontakt mit einem eingeatmeten Fremdstoff durch Bildung spezifischer Abwehrstoffe (IgE-Antikörper). Der erste Kontakt mit dem Stoff verläuft dabei noch unauffällig. Bei wiederholtem Kontakt jedoch reagiert das Immunsystem massiv z.B. mit Asthma bronchiale, allergischer Rhinitis oder Alveolitis. (1) Das Global Harmonized System (GHS) verlangt die Einstufung von Chemikalien als Atemwegssensibilisierer, wenn entsprechende Hinweise aus Human- oder Tierdaten vorliegen. Die CLP-Verordnung hat diese Kriterien übernommen. REACH verlangt grundsätzlich keine routinemäßige Prüfung auf Atemwegssensibilisierung, aber wenn Daten vorliegen, müssen diese eingereicht und für die Einstufung und Kennzeichnung genutzt werden. Die regulatorische Notwendigkeit besteht insbesondere für den Arbeitsschutz und für die Zulassung bestimmter Produktgruppen (z. B. Biozide, Pflanzenschutzmittel). Es gibt jedoch keine standardisierten oder validierten Testmethoden, die international anerkannt sind. Laut REACH sollen Tierversuche minimiert werden; daher besteht ein Bedarf an harmonisierten, tierfreien Testmethoden und integrierten Bewertungsstrategien (IATA). (2) Beim derzeitigen Ansatz erfolgt eine strukturierte Bewertung aller verfügbaren relevanten Daten und Informationen, um eine fundierte Entscheidung über das Sensibilisierungspotenzial eines Stoffes zu treffen. Dabei werden verschiedene Datenquellen wie Human- und tierexperimentelle Daten sowie Methoden (z.B. Zellkulturmodelle, QSAR-Modelle, Peptidreaktivitätstests, physio-chemische Eigenschaften, ex-vivo- und in-vivo-Modelle) miteinander kombiniert und gegeneinander abgewogen. Diese Modelle sind zwar für gut charakterisierte Chemikalien hilfreich, aber nur eingeschränkt anwendbar. Keine dieser Methoden ist international validiert oder regulatorisch akzeptiert; Fokus liegt zunehmend auf tierfreien Alternativen. Daher wird die Kombination verschiedener Methoden in einer integrierten Bewertungsstrategie (IATA) empfohlen, die laut Autoren die größte Sicherheit und Akzeptanz für die zukünftige regulatorische Anwendung bieten würde. Dabei würden mehrere Methoden (z. B. in silico, in chemico, in vitro) zu einem gewichteten Bewertungsansatz (Weight of Evidence, WoE) kombiniert. Die Ergebnisse aus den Methoden werden in einem IATA zusammengeführt, um eine fundierte Entscheidung über das Sensibilisierungspotenzial zu treffen. Derzeit werden die Methoden im Rahmen von Fallstudien und Validierungsprojekten weiterentwickelt. Quellen: https://www.icapo.org/index.php/news/icapo-leads-international-project-nonanimal-respiratory-sensitisation (1) Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (o.J.). Atemwegssensibilisierung. Online: https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/gefahrstoffe/sicherheitsdatenblatt/atemwegssensibilisierung (2) OECD (2026). Detailed review paper on respiratory sensitisation, OECD Series on Testing and Assessment, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/b5258246-en.

  • Alzheimer-Forschung mit Organoiden: Gut geeignet, aber noch viel zu tun

    Ein internationales Forschungsteam hat vorliegende Forschungsarbeiten zu Gehirnorganoid-Modellen für die Alzheimerforschung systematisch ausgewertet und Schwächen gefunden. Das Team schlägt daher ein zehnstufiges Bewertungssystem für die objektive Bewertung von Organoid-Modellen vor. Bild Computer-generiert. Alzheimer (Morbus Alzheimer) ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der sich schädliche Eiweißstoffe – sogenannte Amyloid-Plaques und Tau-Proteine – im Gehirn ablagern. Dies stört die Funktion der Nervenzellen, bis die Zellen schließlich absterben. Es steht außer Frage, dass Forschung mit dem Ziel von Behandlungsmöglichkeiten dringend notwendig ist. Sogenannte Tiermodelle - meist Mäuse - können die Komplexität des menschlichen Gehirns nicht abbilden, was zum Scheitern klinischer Studien führt. So können zum Beispiel Mäuse nur eine Tau-Isoform ausbilden, während der Mensch sechs Isoformen besitzt. Eine Lösung wären daher Gehirnorganoid-Modelle aus menschlichen Patientenzellen. Derartige Organoide können die genetischen und molekularen Besonderheiten des menschlichen Gehirns nachbilden, insbesondere die Vielfalt der Tau-Isoformen, die bei Alzheimer und verwandten Erkrankungen eine Rolle spielen. Sie können typische pathologische Merkmale wie Tau-Phosphorylierung, Aggregation und neuronalen Verlust zeigen. Das klingt also vielversprechend, jedoch hat das Forschungsteam in seiner Studie zahlreiche Probleme bei der Übertragbarkeit von Organoid-Modellen in die klinische Forschung identifiziert. So fehlt der Reifegrad der Zellen in den Organoiden, vor allem ausgereifte Tau-Isoformen, die zelluläre Komplexität z. B. Mikroglia, Gefäßzellen oder Oligodendrozyten ist oft nicht gegeben und die krankheitsspezifische Pathologie wird häufig nur unvollständig nachgebildet. In ihrer Studie schlagen die Forscherinnen und Forscher ein umfassendes, zehnstufiges Bewertungssystem vor, um objektive, quantitative Kriterien zur Bewertung von Organoid-Modellen zu bieten. Quelle und weitere Informationen: Guruacharya A, Hartung T, Souza Dos Reis R, Moreira NCDS, Attisano L, Bolognin S, Iqbal K, Rajbanshi B. Brain organoids in Alzheimer disease and related tauopathies: Challenges and opportunities for translational readiness. Stem Cell Reports. 2026 Aug 20:103051. doi: 10.1016/j.stemcr.2026.103051. Epub ahead of print. PMID: 42624102.

  • USA: Weitere Anerkennung von tierfreien Verfahren zur Bewertung oraler und inhalativer Toxizität

    Ende August hat die amerikanische Environmental Protection Agency (EPA) angekündigt, neue Methoden zur Bestimmung der potenziellen Risiken bestimmter Chemikalien und Pflanzenschutzmittel bei inhalativer und oraler Aufnahme einzuführen. Dies soll zu einer schnelleren Bewertung mit größerer Relevanz für den Menschen führen. Zur Bewertung der Toxizität von Tensiden, also waschaktiven Substanzen, die die Oberflächenspannung von Wasser herabsetzen und das Vermischen von Fett und Wasser ermöglichen, sollen 3D-Gewebe menschlicher Atemwege genutzt werden, um eventuelle Lungenreizungen besser vorhersagen zu können. Bild computergeneriert. In der chemischen, pharmazeutischen und pestizidverarbeitenden Industrie werden ständig neue chemische Formulierungen gemischt. Die Mischungsformel des Global Harmonisierten Systems (GHS) kann diese Tests ersetzen. Da für die reinen Einzelstoffe oft schon historische Daten vorliegen, erlaubt es die Gleichung, dieses Wissen beliebig oft für neue Kombinationen und Konzentrationen neu zu verknüpfen.Die EPA hat entschieden, die GHS-Mischungsgleichung verwenden, um die orale Toxizität bestimmter Pestizide vorherzusagen. Die GHS-Mischungsformel ermöglicht, die Toxizität von Mischungen rechnerisch aus den bekannten Toxizitäten der Einzelbestandteile abzuleiten. Dies kann Tierversuche reduzieren. Ein Hersteller kann die GHS-Formel nutzen, um die Toxizität einer neuen Reinigungsformulierung abzuschätzen, sofern die Daten für die Einzelstoffe vorliegen. Wie Hamm et al. 2021 (1) berichteten, können so Mischungen geringer Toxizität (LD50 >500 mg/kg) wie bestimmte Reinigungsprodukte oder Pestizidformulierungen klassifiziert werden. Liegt eine geringe Toxizität vor, kann auf Tierversuche verzichtet werden, wenn die Behörden das Vorgehen akzeptieren, das nun der Fall ist. Bei höheren Toxizitäten wird die Datenbasis jedoch als nicht breit genug eingeschätzt. Die Europäische Union unterstützt die GHS-Mischungsgleichung (hier unter dem begriff Additivitätsformel) und hat sie rechtlich bindend in europäisches Recht umgesetzt. Die mathematische Formel zur Berechnung der akuten Toxizität von Gemischen ist im Detail in Anhang I der europäischen CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, Anhang 1, 1.3.1.6 verankert. (2)Ein interessanter Artikel über die Bewertung & Regulierung von Chemikalien-Mischungen unter REACH ist auf der Website des Umweltbundesamtes zu finden. Er diskutiert auch die Schwächen. (3) Quelle und weitere Informationen: https://www.epa.gov/newsreleases/epa-announces-two-major-scientific-advancements-further-eliminate-animal-testing-raise https://www.epa.gov/pesticide-science-and-assessing-pesticide-risks/strategic-vision-adopting-new-approach-2#mixtures (1) Hamm J, Allen D, Ceger P, Flint T, Lowit A, O'Dell L, Tao J, Kleinstreuer N. Performance of the GHS Mixtures Equation for Predicting Acute Oral Toxicity. Regul Toxicol Pharmacol. 2021 Oct;125:105007. doi: 10.1016/j.yrtph.2021.105007. Epub 2021 Jul 20. PMID: 34298086; PMCID: PMC9623877. (2) Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32008R1272 (3) Umweltbundesamt (2025). Bewertung & Regulierung von Chemikalien Mischungen unter REACH. 23.9.2025. https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/bewertung-regulierung-von-chemikalien-mischungen

  • Altersforschung mit KI: Organe altern bei Menschen unterschiedlich schnell

    Forscherinnen und Forscher vom CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und vom Ludwig Boltzmann Institute for Network Medicine (LBI-NetMed) der Universität Wien haben mit Hilfe von Deep Learning-Modellen altersbedingte Veränderungen in menschlichen Geweben systematisch und quantitativ erfasst. Diese „Tissue Clocks“ lieferten eine Schätzung des biologischen Alters, das nicht mit der tatsächlichen Lebenszeit übereinstimmte und so Hinweise auf beschleunigte oder verlangsamte Alterungsprozesse geben konnte. Altern ist der wichtigste Risikofaktor für chronische Erkrankungen und geht mit tiefgreifenden strukturellen Veränderungen menschlicher Gewebe einher. In der Studie stellten die Autoren eine umfassende Analyse dieser Veränderungen anhand von annähernd 26.000 histopathologischen Gewebeschnitten aus 40 Gewebetypen von knapp 1.000 Individuen der Genotype-Tissue Expression (GTEx) Kohorte vor. Die Gewebeproben stammten von verstorbenen Menschen, die hauptsächlich durch Unfall, Suizid oder natürliche Ursachen verstorben waren. Mithilfe von Deep Learning-Modellen wurden feine morphologische Veränderungen quantifiziert und sogenannte „Tissue Clocks“ entwickelt. Diese sagen das biologische Alter vorher, indem sie die Beschaffenheit und Erhaltung der Gewebearchitektur eines Organs oder Gewebes (strukturelle Integrität) und physiologische Fitness von Geweben widerspiegelten. Die „Tissue Clocks“ korrelieren mit etablierten Alternsmarkern wie Telomerverkürzung, subklinischen Pathologien und Komorbiditäten. Es wurden Unterschiede in der Alterungsgeschwindigkeit verschiedener Organe festgestellt, die mit demografischen, Lebensstil- und medizinischen Faktoren zusammenhängen. Die Methode ist geeignet, um altersbedingte Veränderungen und krankheitsspezifische Alterungsprozesse in einzelnen Organen zu erkennen. Originalpublikation: Abila, E., Buljan, I., Zheng, Y. et al. Histological aging signatures for monitoring tissue-specific aging and disease. Nat Med (2026). https://doi.org/10.1038/s41591-026-04566-5 Weitere Informationen: https://www.bionity.com/de/news/1189645/organe-altern-unterschiedlich-schnell-ein-bluttest-verraet-welche.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=bionityde--2026-08-24--2&mtm_group=bionityde&WT.mc_id=ca0264

  • Würzburg: Humane Bindehaut-Sphäroid-Plattform für die beschleunigte Wirkstoffforschung

    Forscherinnen und Forscher der Universitäts-Augenklinik Würzburg entwickeln ein 3D-Modell der menschlichen Bindehaut, das die Biologie der Augenoberfläche möglichst genau nachbildet und dabei helfen soll, Entzündungen in der Bindehaut besser zu verstehen und Wirkstofftests schneller durchzuführen. Eine Bindehautentzündung kann schmerzhaft und belastend sein. Computer-generiert. Das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Malik Salman Haider entwickelt das Entzündungsmodell auf Basis eines bereits gut charakterisierten 3D-Sphäroidmodells der gesunden menschlichen Bindehaut, das kürzlich in Scientific Reports publiziert wurde (siehe unten). Die im Projekt entwickelte Bindehaut-Sphäroid-Plattform soll das Hochdurchsatz-Screening neuer therapeutischer Wirkstoffe ermöglichen und die Untersuchung der Augenverträglichkeit sowie der entzündungshemmenden Eigenschaften von Stoffen unter kontrollierten Laborbedingungen erlauben. Die Stiftung zur Förderung und Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen (SET) unterstützt das Forschungsprojekt „A Human Conjunctival Spheroid Platform for Inflammation and Ocular Safety Testing“ mit 99.972 Euro. Publikation: Liang, Z., Aslam, M., Haq, W. U., Wiesler, M., Mutlu, S. N., Stahlhut, P., ... & Haider, M. S. (2026). A high-throughput 3D conjunctival spheroid model for standardized in vitro testing. Scientific Reports, 16(1), 23101. https://doi.org/10.1038/s41598-026-63887-0 Weitere Informationen: https://www.ukw.de/aktuelle-meldungen/detail/news/mit-spaeroid-plattform-bindehautentzuendungen-besser-verstehen-und-tierversuche-reduzieren/

  • HEARTCORE: in vitro-Arzneimitteltests zur Verhinderung der Kardiotoxizität

    Ein Forschungsteam unter Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickelt eine neue Plattform, um die Kardiotoxizität von Arzneimitteln in einer frühen Entwicklungsphase zu testen. Dabei setzt das Team auf eine innovative Konstruktion von 3D-Systemen aus menschlichem Gewebe, den sogenannten Herz-Organoiden. Das Forschungsteam will 3D-Organoide in ein mehrschichtiges Elektrodennetz integrieren, um Herzsicherheit von Medikamenten zu gewährleisten. Foto: Copyright: Karin Kaiser/MHH Ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Robert Zweigerdt, Leiter einer Arbeitsgruppe an den Leibniz Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO) der Klinik für Herz-, Thorax,- Transplantations- und Gefäßchirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), entwickelt 3D-Systeme aus menschlichem Gewebe, sogenannte Herzorganoide, und lässt sie in einem zweischichtigen 3D-Mesh-Mikroelektrodenarray (Mesh-MEA) wachsen. Dieses mikroskopisch kleine Elektrodensystem ist wie ein hauchdünnes Spinnennetz aufgebaut. Die Organoide wachsen um und durch dieses Netz, sodass es komplett in das Organoid integriert wird. Zudem soll eine in die Mesh-MEA integrierte, sogenannte laserbasierte Optoporation ermöglichen, zusätzlich elektrische Signale aus dem Zellinneren auszuwerten. Mit der Mesh-MEA-Plattform will das Team über eine Art Mini-EKG die Kardiotoxizität testen und Arzneimittelreaktionen vorhersagen. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit rund drei Millionen Euro gefördert. Quelle und weitere Informationen: https://www.mhh.de/presse-news/neue-test-plattform-fuer-herzsicherheit-von-medikamenten https://www.heartcore-eic-pathfinder.eu/

  • Künstliche Intelligenz in der EU: Solide Grundlage, aber mehr Zusammenarbeit nötig

    Das Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission (GD JRC) hat unter Mitwirkung der Generaldirektion Forschung und Innovation (GD RTD) einen Bericht über die derzeitigen Stand der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in der Biologie, ihre Fähigkeiten und die politischen Folgen und Konsequenzen erstellt. Logo des EuroHPC. Wikimedia, CC0 1.0 Universal. Die wissenschaftliche Grundlage sei solide, und die Rechenkapazität des European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) reiche grundsätzlich aus, um die größten der untersuchten Modelle zu trainieren. Jedoch stellten Koordination, Daten-Governance* und die Zusammenarbeit innerhalb der EU die entscheidenden Hemmfaktoren dar. KI-Modelle für die Biologie entwickeln sich rasant weiter und verändern die Art und Weise, wie Forschung unter anderem in den Bereichen Proteindesign, Genomanalyse und Wirkstoffforschung betrieben wird. Für ihre Untersuchungen haben die Wissenschaftler:innen eine strukturierte Analyse von 480 biologischen KI-Systemen mit einer Bewertung der wissenschaftlichen Reife, der Einsatzbereitschaft und der aktuellen Hindernisse kombiniert. In ihrem Bericht ziehen die Forscher:innen vier Schlussfolgerungen. Die Fortschritte bei den Forschungsmodellen im Bereich der biologischen KI seien real. jedoch entwickelten sich die biologische KI-Modelle dort am schnellsten, wo Daten reichlich vorhanden und strukturiert sind (Proteinstruktur, Moleküldesign, Sequenzmodellierung). Im Gegensatz dazu hinken sie in der Einzelzellbiologie, Metabolomik oder klinischen Umsetzung hinterher. Die Politik solle daher dieser Konzentrationsdynamik entgegenwirken, durch welche sonst bahnbrechende Erfolge Talente und Investitionen aus unterversorgten Bereichen abziehen könnten. Die EU verfüge über die Grundlagen zur Entwicklung biologischer KI-Modelle, es mangele jedoch an Koordination. Es gäbe ausreichend Rechenkapazität, um selbst die größten der untersuchten biologischen KI-Modelle zu trainieren. Dennoch gehöre nur eine europäische Einrichtung - nämlich die TU München - zu den 20 weltweit führenden Entwicklern. Die Zusammenarbeit innerhalb der EU hinke der Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA hinterher. Wissenschaftliche Reife eines biologischen KI-Modells bedeute nicht automatisch auch Einsatzbereitschaft. Keines der derzeit gängigen Modelle keines dieser Modelle habe eine umfassende Bewertung der Einsatzreife für den klinischen, regulatorischen oder industriellen Einsatz durchlaufen. Zudem gingen derzeitige politische Rahmenbedingungen der EU von Bewertungsmethoden für biologische KI-Modelle aus, die noch nicht existieren. Erhebliche Unsicherheiten bestünden hinsichtlich der Methoden zur Sicherheitsbewertung, des Dual-Use-Risikoprofils öffentlich zugänglicher Modelle sowie der Entwicklung der Entwicklungskapazitäten in der EU. Daher gehörten zu den politischen Handlungsoptionen eine koordinierte Steuerung biologischer Trainingsdaten, die koordinierte Nutzung der europäischen Recheninfrastruktur und Anreize für die EU-interne Zusammenarbeit im Bereich der biologischen KI sowie eine harmonisierte Reifegradbewertung. Quelle und weitere Informationen: Originalpublikation: Ruiz Serra, V. and Fortuna, P. and Curion, F. and Petrillo, M. and Leoni, G. and Bili, D. and Melandri, D. and Vangheluwe, N. and Comte, V. and Bertolini Agnoletto, L. and Coecke, S. and Ceresa, M. and Querci, M. and Wiesenthal, T. (2026). Artificial Intelligence for Biology: Capabilities, Readiness, and Policy Implications. Publications Office of the European Union. doi:10.2760/9397036. https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC147549 https://www.eurohpc-ju.europa.eu/index_en Website des JRC: https://joint-research-centre.ec.europa.eu/jrc-news-and-updates/biological-ai-models-new-paradigms-leverage-languages-life-2026-08-24_en?utm_source=Altertox+ACADEMY&utm_campaign=8063b2986e-EMAIL_CAMPAIGN_2024_08_23_07_53_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_-65c7e4a26b-1360009&mc_cid=8063b2986e&mc_eid=6733e47126 * Daten-Governance bezeichnet die Gesamtheit der rechtlichen, ethischen, organisatorischen und technischen Maßnahmen, die den Umgang mit Daten regeln.

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