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- Luxemburg: Mit Organoiden zu neuen Parkinsonbehandlungen
Ein Wissenschaftsteam vom Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) beschreibt in einem aktuellen Review-Artikel den Stand der Dinge bei der in-vitro-Parkinsonforschung. So werden immunkompetente Mittelhirn-Organoide entwickelt, um gezielt zu untersuchen, wie Entzündungen im menschlichen Gehirn bei Parkinson entstehen und wie sie Nervenzellen schädigen. Derartige Modelle sind auch geeignet, Medikamente zu testen, die gezielt die Entzündungsreaktion der Mikroglia beeinflussen und so das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen könnten. Mikroglia sind die wichtigsten Immunzellen des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie überwachen ständig das Gehirngewebe und reagieren auf Verletzungen, Infektionen oder krankhafte Veränderungen. Bei Entzündungen (Neuroinflammation) werden sie aktiviert, setzen entzündungsfördernde Stoffe wie TNFα frei und können so andere Zellen im Gehirn beeinflussen. Bei Parkinson können derartige Entzündungen dazu beitragen, dass Nervenzellen, insbesondere die dopaminergen Neuronen, absterben.Zur Untersuchung entwickeln Forscher:innen menschliche Mittelhirn-Organoide aus induzierten pluripotenten Stammzellen, die von Körperzellen von Parkinson-Patienten gewonnen wurden. Dabei wird auf Zellen des ventralen Mittelhirns abgezielt, weil dort die dopaminergen Nervenzellen der sogenannten Substantia nigra liegen. Diese Zellen sind bei der Parkinson-Krankheit besonders betroffen und sterben im Verlauf der Erkrankung ab, was zu den typischen Symptomen wie den Bewegungsstörungen führt. Über mehrere Wochen entwickeln sich die Organoide und bilden verschiedene Zelltypen des Mittelhirns aus, darunter dopaminerge Nervenzellen, Astrozyten und Oligodendrozyten. Dann werden Mikroglia mit einer Parkinson-typischen Mutation (LRRK2-G2019S) in die Mittelhirn-Organoide eingebracht. Wissenschaftler:innen können so beobachten, dass diese mutierten Mikroglia eine erhöhte Entzündungsbereitschaft zeigen und vermehrt den Entzündungsstoff TNFα ausschütten. Gleichzeitig verändern die Mikroglia ihren Stoffwechsel, um diese Aktivität aufrechtzuerhalten. Die erhöhte Entzündung führt dazu, dass in den Organoiden gezielt dopaminerge Nervenzellen absterben – ein zentrales Merkmal der Parkinson-Krankheit.Ein Wissenschaftsteam hat die Organoide z.B. mit dem Wirkstoff Oxamidsäure behandelt, wodurch das Stoffwechselenzym Glykolyse in den Mikroglia gehemmt wurde. Dadurch nahm die Entzündungsreaktion ab und es überlebten mehr dopaminerge Nervenzellen in den Organoiden. (x) Aber auch weitere Wirkstoffe wie Ambroxol, Levodopa und weitere, auch neue Wirkstoffe wurden getestet.Originalpublikation:Zagare A, Jarazo J, Schwamborn J. Brain organoids in Parkinson's disease drug development: Human-specific models for translational discovery. Drug Discov Today. 2026 Jul 17:104742. doi: 10.1016/j.drudis.2026.104742. Epub ahead of print. PMID: 42468620. zusätzlich:(x) Kurniawan H, et al. The Parkinson’s disease-associated LRRK2-G2019S variant restricts serine metabolism, leading to microglial inflammation and dopaminergic neuron degeneration. J Neuroinflammation. 2025;22:244.
- Europäische Befragung zur aktuellen Situation im Bereich der Aus- und Weiterbildung im Bereich NAMs Empfehlung
ERA4NAMs (European Research Area for New Approach Methodologies) ist eine europäische Initiative, deren Ziel es ist, die Einführung von NAMs voranzutreiben und zu beschleunigen. Die ERA4NAMs-Arbeitsgruppe für Aus- und Weiterbildung hat eine Umfrage gestartet, um einen Überblick über die aktuelle Situation im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie des Kapazitätsaufbaus im Bereich der NAMs in Europa und darüber hinaus zu gewinnen. Forscher, Lehrkräfte, Regulierungsbehörden, Branchenexperten, Studierende, Nachwuchswissenschaftler, Ausbildungsanbieter, Fachverbänden und weitere, die an der Entwicklung, Vermittlung, Nutzung oder Umsetzung von NAMs beteiligt sind, sind eingeladen, an der Befragung teilzunehmen. ERA4NAMs will dokumentieren, was bereits an Kursen, Workshops, Schulungsprogrammen, Bildungsressourcen und Initiativen zum Kapazitätsaufbau im Zusammenhang mit NAMs vorhanden ist. Der zweite wichtige Fragenteil bezieht sich darauf, was noch nötig ist, also auf Lücken, den ungedeckten Bedarf und Bereiche, in denen zusätzliche Bildung, Schulung oder Kapazitätsaufbau "einen Unterschied" machen würde. Die Organisatoren bitten darum, diese Befragung auch mit Kolleg:innen, Studierenden, Institutionen, nationalen Netzwerken und allen, die etwas zur Gestaltung der Zukunft der NAM-Aus- und -Fortbildung beitragen können, zu teilen. Hier geht es zur Umfrage: https://lnkd.in/dhhmf-6W
- Lübeck: Forschungsteam arbeitet an globaler Präzisionsmedizin bei Parkinson Empfehlung
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Dr. Lara M. Lange und Prof. Dr. Christine Klein vom Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck hat im Rahmen des „Global Parkinson’s Genetics Program“ die bislang größte genetische Datenanalyse zu Parkinson vorgelegt, die über europäische und nordamerikanische Patienten hinausgeht. Sie fanden heraus, dass krankheitsauslösende genetische Veränderungen je nach Herkunft der Patienten sehr unterschiedlich häufig auftreten. Das Global Parkinson’s Genetics Program (GP2) ist ein internationales Konsortium, das genetische Daten von Menschen mit Parkinson aus aller Welt zusammenführt, um Diagnostik und Präzisionsmedizin weiterzuentwickeln. Das Team wertete genetische Daten von fast 100.000 Menschen aus elf Weltregionen, also auch Afrika, Lateinamerika und Asien, aus und ermittelte, dass die beiden Gene GBA1 und LRRK2, welche Bauanleitungen für Enzyme liefern, die für die „Müllentsorgung“ in Nervenzellen zuständig sind und bei Funktionsstörung zu Parkinson führen, weltweit von Bedeutung sind. Welche Veränderungen jedoch wo auftreten, unterscheidet sich bei Patienten von Region zu Region teils erheblich. Das führt z.B. dazu, dass Menschen außerhalb von Nordamerika und Europa durch das Raster fallen, wenn es um neue, genetisch gezielte Therapien geht.Originalpublikation:Lange LM, Fang ZH, Makarious MB, Kuznetsov N, Atterling Brolin K, Ballard S, Bardien S, Doquenia ML, Heutink P, Houlden H, Iwaki H, Jasaityte S, Jones L, Junker J, Kaiyrzhanov R, Koretsky MJ, Kumar KR; Latin American Research Consortium on the Genetics of Parkinson's Disease (LARGE-PD); Leonard HL, Levine KS, Lim SY, Mencacci NE, Mohamed WMY, Nalls MA, Noyce AJ, Ojha R, Okubadejo NU, Ur Rehman S, Screven L, Shashkin C, Sopromadze S, Stafford EJ, Tan AH, Tan M, Tavadyan Z, Trinh J, Tserensodnom B, Valente EM, Vitale D, Zharkinbekova N, Lohmann K, Bandres-Ciga S, Blauwendraat C, Singleton AB, Morris HR, Klein C; Global Parkinson's Genetics Program (GP2). Parkinson's disease genetics across diverse ancestries: an observational genetic study of causal and risk variants with translational implications. Lancet Neurol. 2026 Aug;25(8):741-754. doi: 10.1016/S1474-4422(26)00198-5. PMID: 42456684.Quelle:https://www.uni-luebeck.de/forschung/aktuelles-zur-forschung/aktuelles-zur-forschung/artikel/weltweit-groesste-studie-deckt-genetische-vielfalt-bei-parkinson-auf.html
- EPAA-Jahreskonferenz thematisiert Umsetzung der Roadmap
Am 17. November findet die Jahreskonferenz der European Partnership for Alternative Approaches (EPAA) in Brüssel statt. Thematisch geht es um die Umsetzung der In der EU erarbeiteten Roadmap zum Ausstieg von Tierversuchen in der Chemikalienbewertung. Vertreter aus der Industrie, Europäischen Kommission, Regulierungsbehörden, Wissenschaft, von Forschungsorganisationen, NGOs und internationalen Interessengruppen kommen zusammen, um die die Zukunft der NAMs und deren Einbindung in Wissenschaft und Regulierung zu erörtern. Neben einem Überblick über die Erfolge der EPAA und die Aktivitäten zur Umsetzung der Roadmap wird es eine Verleihung des EPAA 3Rs Science Prize 2026 und zwei Podiumsdiskussion geben, die sich mit der globalen Zusammenarbeit zur Förderung von NAMs und einer Common Data Platform on Chemicals (CDPC) befassen. Genaues Datum: Dienstag, 17. November 2026, 10:00–17:00 Uhr (CET) Lokation: Albert-Borschette-Kongresszentrum, Brüssel, Belgien. Die Teilnahme ist kostenlos, Teilnehmer:innen können sichab September 2026anmelden. Weitere Informationen: https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/chemicals/european-partnership-alternative-approaches-animal-testing_en
- Center for Alternatives to Animal Testing schreibt wieder Förderpreise aus
Das Johns Hopkins Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) schreibt wieder den „CAAT Reduction Grant 2026“ (CAAT-Förderpreis zur Reduzierung von Tierversuchen) und den „CAAT Humane Education Grant 2026“ (CAAT-Förderpreis für humane Ausbildung) aus. Weltweit sind Forscher und Pädagogen eingeladen, sich zu bewerben. Jedes Stipendium ist mit 6.000 US-Dollar dotiert und dient der Förderung von Projekten, die eine humane, menschenbezogene und verantwortungsvolle Wissenschaft vorantreiben und gleichzeitig die wissenschaftliche Qualität und Innovation stärken. Einreichungsfrist ist der 15. September 2026, 23:59 Uhr (ET) Weitere Informationen: https://caat.publichealth.jhu.edu/caat-humane-education-and-caat-reduction-grants/





