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BfR veröffentlicht Untersuchung zum Rückgang der Tierversuchszahlen in Deutschland

vor 7 Tagen
2 Min. Lesezeit

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine Untersuchung zu den sinkenden Versuchstierzahlen in Deutschland veröffentlicht. Es hielt eine systematische Ursachenanalyse für notwendig, weil die Gründe für den Rückgang dieser Zahlen nicht eindeutig sind und verschiedene Interessengruppen unterschiedliche Erklärungen und Forderungen äußerten. Insbesondere von Wissenschaftsseite wird gerne die Argumentation bemüht, dass aufgrund der strengen Prüfung der Tierversuchsanträge Forscher:innen ihre Arbeiten ins Ausland verlagern und damit Innovation in Deutschland verloren geht.


Ursachen des Tierversuchsrückgangs in Deutschland: Neben dem Aufstieg innovativer Alternativmethoden (wie Zellkulturen und Simulationen) treiben vor allem stagnierende Fördermittel und harter Wettbewerb um Gelder den Rückgang voran. Einen geringen Teil macht zudem die Auslagerung einzelner Forschungsaufträge in EU-Länder und die USA aus (ca. 15 %).

Grafik: Computer-generiert.

Faktoren, die zum signifikanter Rückgang der Tierversuchszahlen führen, sind vielfältig

Das BfR hat ermittelt, dass die Zahlen der in Deutschland für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Versuchstiere seit 2019 kontinuierlich gesunken sind und 2024 erstmals unter zwei Millionen lagen (Tötungen zur Organentnahme und Tötungen von Überschusstieren, die überhaupt nicht in den Tierversuch kamen, wurden dabei nicht mit eingerechnet). Der Rückgang ist demnach statistisch signifikant. Er betrifft besonders die Bereiche regulatorische Tierversuche, translationale und angewandte Forschung, zunehmend aber auch die Grundlagenforschung. Allerdings zeigt sich im Vereinigten Königreich sowie in Frankreich, die zum Vergleich herangezogen wurden, eine ähnliche Entwicklung.


Der Rückgang der Versuchstierzahlen lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Wichtige Einflussfaktoren sind unter anderem ein weniger starker Anstieg der staatlichen Förderung für die lebenswissenschaftliche Forschung in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen Bereichen. Zudem hat die Konkurrenz um die Fördermittel zugenommen. Eine Rolle spielen auch tierversuchsfreie Methoden, vor allem in den untersuchten Bereichen Neurowissenschaften und Immunologie, was zur Reduktion von Tierversuchen beiträgt. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass die Genehmigungsverfahren selbst eine wesentliche Hürde darstellen, stellt das BfR in seiner Untersuchung fest.


Die Auswertung ergab zudem, dass sich kein Rückgang der wissenschaftlichen Produktivität erkennen lässt. Auch der Anteil der ins Ausland verlagerten Forschung ist bislang gering. Ein Teil der Unternehmen verlagert zwar Forschung und Entwicklung ins Ausland. Die Gründe sind jedoch vor allem z.B. Innovationsgeschwindigkeit, Kostenvorteile und eine geringere Bürokratie. 72 % der befragten Unternehmen führen noch immer ihre Forschung und Entwicklung intern durch, 12 % vergaben derartige Aufträge an andere Unternehmen innerhalb Deutschlands und lediglich 15 % ins Ausland (insbesondere EU-Länder und USA).


Weitere Informationen und Originalpublikation:

Bundesinstitut für Risikobewertung (Ed.), n.d. Sinkende Versuchstierzahlen in Deutschland: Wissenschaftsbericht des BfR. https://doi.org/10.17590/20260902-142638-0


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