
Substanztestung für eine tierfreie Forschung

Humantoxikologie
Die Humantoxikologie untersucht die möglichen schädigenden Wirkungen von Umweltstoffen wie Schwermetalle, Chemikalien, Pestizide, Biozide, Arzneimittel oder Nanopartikel und deren Kombinationen auf den menschlichen Körper. Dabei können sich die Stoffe auf die DNA, die Zellen oder Gewebe/Organe (z.B. Haut, Lunge, Nervengewebe Niere, Leber, Reproduktionsorgane) oder die spätere Fruchtbarkeit oder das Verhalten auswirken. Zur Untersuchung sind vielfach noch immer Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt aber immer mehr tierfreie Methoden wie In vitro-Methoden (Zellkulturen, Organoide, Organ-on-a-Chip-Systeme), In silico-Methoden wie (Deep Learning-Systeme, künstliche Intelligenz) und In-chemico-Methoden (untersuchen das Reaktions- oder Interaktionsverhalten eines Stoffes) u.a. Häufig werden Methodenkombinationen in sogenannten Teststrategien eingesetzt. Den tier(versuchs)freien Methoden geht ein langwieriger Validierungsprozess voraus.
Umwelttoxikologie
Die Umwelttoxikologie untersucht Pflanzenschutzmittel, Biozide, Arzneimittel oder Industriechemikalien auf die Umwelt wirken: Wie belasten sie einzelne Lebewesen in Ökosystemen? Betrachtet werden dabei die Wirkungen auf Wasserpflanzen wie Algen, Kleinstlebewesen wie Wasserflöhe und Bodenlebewesen, aber auch Fische, Vögel. Ziel ist der Schutz der Umwelt, aber damit auch des Menschen, weil die Wassergewinnung und Nahrungsmittelproduktion mit aquatischen Systemen und Böden unmittelbar in Kontakt stehen. Aber auch das Ökosystem an sich ist ein hohes Schutzgut, in Deutschland nach Art. 20a Grundgesetz.
Auch in der Ökotoxikologie werden bereits tierversuchsfreie Systeme wie Fischzelllinientests, Organ-on-a-Chip-Systeme und in-silico-Methoden genutzt, da sie schneller, genauer und kostengünstiger sind.

Aktuelle Meldungen zur Substanztestung


















