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- Europäische Befragung zur aktuellen Situation im Bereich der Aus- und Weiterbildung im Bereich NAMs Empfehlung
ERA4NAMs (European Research Area for New Approach Methodologies) ist eine europäische Initiative, deren Ziel es ist, die Einführung von NAMs voranzutreiben und zu beschleunigen. Die ERA4NAMs-Arbeitsgruppe für Aus- und Weiterbildung hat eine Umfrage gestartet, um einen Überblick über die aktuelle Situation im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie des Kapazitätsaufbaus im Bereich der NAMs in Europa und darüber hinaus zu gewinnen. Forscher, Lehrkräfte, Regulierungsbehörden, Branchenexperten, Studierende, Nachwuchswissenschaftler, Ausbildungsanbieter, Fachverbänden und weitere, die an der Entwicklung, Vermittlung, Nutzung oder Umsetzung von NAMs beteiligt sind, sind eingeladen, an der Befragung teilzunehmen. ERA4NAMs will dokumentieren, was bereits an Kursen, Workshops, Schulungsprogrammen, Bildungsressourcen und Initiativen zum Kapazitätsaufbau im Zusammenhang mit NAMs vorhanden ist. Der zweite wichtige Fragenteil bezieht sich darauf, was noch nötig ist, also auf Lücken, den ungedeckten Bedarf und Bereiche, in denen zusätzliche Bildung, Schulung oder Kapazitätsaufbau "einen Unterschied" machen würde. Die Organisatoren bitten darum, diese Befragung auch mit Kolleg:innen, Studierenden, Institutionen, nationalen Netzwerken und allen, die etwas zur Gestaltung der Zukunft der NAM-Aus- und -Fortbildung beitragen können, zu teilen. Hier geht es zur Umfrage: https://lnkd.in/dhhmf-6W
- Center for Alternatives to Animal Testing schreibt wieder Förderpreise aus
Das Johns Hopkins Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) schreibt wieder den „CAAT Reduction Grant 2026“ (CAAT-Förderpreis zur Reduzierung von Tierversuchen) und den „CAAT Humane Education Grant 2026“ (CAAT-Förderpreis für humane Ausbildung) aus. Weltweit sind Forscher und Pädagogen eingeladen, sich zu bewerben. Jedes Stipendium ist mit 6.000 US-Dollar dotiert und dient der Förderung von Projekten, die eine humane, menschenbezogene und verantwortungsvolle Wissenschaft vorantreiben und gleichzeitig die wissenschaftliche Qualität und Innovation stärken. Einreichungsfrist ist der 15. September 2026, 23:59 Uhr (ET) Weitere Informationen: https://caat.publichealth.jhu.edu/caat-humane-education-and-caat-reduction-grants/
- Lübeck: Forschungsteam arbeitet an globaler Präzisionsmedizin bei Parkinson
Computer-generierte grafik: geralt. Pixabay. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Dr. Lara M. Lange und Prof. Dr. Christine Klein vom Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck hat im Rahmen des „Global Parkinson’s Genetics Program“ die bislang größte genetische Datenanalyse zu Parkinson vorgelegt, die über europäische und nordamerikanische Patienten hinausgeht. Sie fanden heraus, dass krankheitsauslösende genetische Veränderungen je nach Herkunft der Patienten sehr unterschiedlich häufig auftreten. Das Global Parkinson’s Genetics Program (GP2) ist ein internationales Konsortium, das genetische Daten von Menschen mit Parkinson aus aller Welt zusammenführt, um Diagnostik und Präzisionsmedizin weiterzuentwickeln. Das Team wertete genetische Daten von fast 100.000 Menschen aus elf Weltregionen, also auch Afrika, Lateinamerika und Asien, aus und ermittelte, dass die beiden Gene GBA1 und LRRK2, welche Bauanleitungen für Enzyme liefern, die für die „Müllentsorgung“ in Nervenzellen zuständig sind und bei Funktionsstörung zu Parkinson führen, weltweit von Bedeutung sind. Welche Veränderungen jedoch wo auftreten, unterscheidet sich bei Patienten von Region zu Region teils erheblich. Das führt z.B. dazu, dass Menschen außerhalb von Nordamerika und Europa durch das Raster fallen, wenn es um neue, genetisch gezielte Therapien geht. Originalpublikation: Lange LM, Fang ZH, Makarious MB, Kuznetsov N, Atterling Brolin K, Ballard S, Bardien S, Doquenia ML, Heutink P, Houlden H, Iwaki H, Jasaityte S, Jones L, Junker J, Kaiyrzhanov R, Koretsky MJ, Kumar KR; Latin American Research Consortium on the Genetics of Parkinson's Disease (LARGE-PD); Leonard HL, Levine KS, Lim SY, Mencacci NE, Mohamed WMY, Nalls MA, Noyce AJ, Ojha R, Okubadejo NU, Ur Rehman S, Screven L, Shashkin C, Sopromadze S, Stafford EJ, Tan AH, Tan M, Tavadyan Z, Trinh J, Tserensodnom B, Valente EM, Vitale D, Zharkinbekova N, Lohmann K, Bandres-Ciga S, Blauwendraat C, Singleton AB, Morris HR, Klein C; Global Parkinson's Genetics Program (GP2). Parkinson's disease genetics across diverse ancestries: an observational genetic study of causal and risk variants with translational implications. Lancet Neurol. 2026 Aug;25(8):741-754. doi: 10.1016/S1474-4422(26)00198-5. PMID: 42456684. Quelle: https://www.uni-luebeck.de/forschung/aktuelles-zur-forschung/aktuelles-zur-forschung/artikel/weltweit-groesste-studie-deckt-genetische-vielfalt-bei-parkinson-auf.html
- Center for Alternatives to Animal Testing schreibt wieder Förderpreise aus
Das Johns Hopkins Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) schreibt wieder den „CAAT Reduction Grant 2026“ (CAAT-Förderpreis zur Reduzierung von Tierversuchen) und den „CAAT Humane Education Grant 2026“ (CAAT-Förderpreis für humane Ausbildung) aus. Weltweit sind Forscher und Pädagogen eingeladen, sich zu bewerben. Jedes Stipendium ist mit 6.000 US-Dollar dotiert und dient der Förderung von Projekten, die eine humane, menschenbezogene und verantwortungsvolle Wissenschaft vorantreiben und gleichzeitig die wissenschaftliche Qualität und Innovation stärken. Einreichungsfrist ist der 15. September 2026, 23:59 Uhr (ET) Weitere Informationen: https://caat.publichealth.jhu.edu/caat-humane-education-and-caat-reduction-grants/
- Schweiz: VISTACT - Virtuelle Gewebe-Einfärbung in 3D
Einem internationalen Forschungsteam am Zentrum für Photonenforschung des Paul Scherrer Institut (PSI) unter der Leitung von Dr. Goran Lovric ist es gelungen, mittels hochauflösender Mikro-Computertomografie (µCT) und künstlicher Intelligenz Gewebeproben virtuell einzufärben. Dies liefert ähnliche Ergebnisse wie herkömmliche Histologie-Methoden für die medizinische Diagnostik und Forschung, die zunächst hauchdünn geschnitten und hiernach z.B. Organellen oder Zellen angefärbt werden, um z.B. Gewebeveränderungen zu studieren. Computer-generiertes, angefärbtes Gewebe. Allerdings ist die Methode noch nicht z.B. in Krankenhäusern einsetzbar und die KI erzeugt keine echten histologischen Informationen, sondern plausible Vorhersagen auf Basis der Trainingsdaten. Perspektivisch könnten vielleicht die Antikörperfärbungen zurückgehen, bei deren traditionelle Herstellung noch immer Tiere eingesetzt werden, (z.B. Mäuse zur Gewinnung monoklonaler Antikörper oder z.B. Kaninchen für polyklonale Antikörper), genutzt werden. Die so gewonnenen Antikörper werden mit dem Farbstoff verbunden. Es gibt jedoch bereits tierfrei hergestellte Antikörper aus Bakterien, Hefen, Algen oder dem bekannten Phagen-Display. Originalpublikation: Almagro-Pérez C, Peruzzi N, Galambos C, Song AH, Brunnström H, Gawlik KI, Stampanoni M, Tran-Lundmark K, Lovric G. (2026). Histology-guided 3D virtual staining of microCT-imaged lung tissue via deep learning. J. R. Soc. Interface 23 : 20251186. https://doi.org/10.1098/rsif.2025.1186 Quelle: https://www.bionity.com/ https://www.psi.ch/en/x-ray-tomography-group/people/goran-lovric
- Brüssel: IHI unterstützt Verzicht auf zweite Tierart In Arzneimittelstudien
Die Innovative Health Initiative (IHI) hat ihre 13. Ausschreibung angekündigt. Sie soll Innovatoren im Gesundheitswesen unterstützen, den Einsatz von Tieren in Arzneimittelsicherheitsstudien zu reduzieren und Krankheiten im Zusammenhang mit dem Altern und dem Immunsystem bekämpfen. Hauptquartier der Europäischen Kommission in Brüssel. Foto: Von EmDee, Wikipedia, CC BY-SA 4.0 Die Innovative Health Initiative (IHI) ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und der europäischen Life-Science-Branche. Im Juli 2026 wird die 13. Ausschreibung offiziell veröffentlicht und heute schon mal auf der IHI-Website thematisiert, damit potenzielle Antragsteller zusätzliche Zeit gegeben wird, ein Konsortium zu finden oder aufzubauen und einen überzeugenden Antrag vorzubereiten. Die folgenden Themen werden in der IHI-Ausschreibung 13 enthalten sein: 1. Ein Netzwerk zur Förderung der nächsten Welle europäischer Innovationen im Gesundheitswesen 2. Ein KI-basiertes toxikologisches Grundmodell und Rahmenwerk zur Unterstützung des Verzichts auf eine zweite Tierart in Arzneimittelsicherheitsstudien 3. Entschlüsselung der Immunwissenschaft altersbedingter immunvermittelter Erkrankungen Am 30. Juni gibt es zum zweiten Thema, dem toxikologischen Modell und Rahmenwerk zur Unterstützung des Verzichts auf eine zweite Spezies in Studien zur Arzneimittelsicherheit, eine Informationssession: https://www.ihi.europa.eu/apply-funding/future-opportunities Weitere Informationen: https://www.ihi.europa.eu/news-events/newsroom/stamp-approval-ihi-call-13-texts-read-them-here
- Dublin: Herzklappenforschung mit künstlicher Mitralklappe
Forscher der RCSI University of Medicine and Health Sciences in Dublin, Irland, haben ein künstliches Modell der Mitralklappe entwickelt, das das komplexe mechanische Verhalten der Klappe im menschlichen Herzen originalgetreu nachahmt. Die Studie könnte Forschern helfen, Herzklappenerkrankungen besser zu verstehen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln. Künstliche biologische Herzklappe auf einem Herzgewebe. Computer-generiert. Weitere Informationen vom RCSI University of Medicine and Health Sciences: https://www.rcsi.com/dublin/news-and-events/news/news-article/2026/06/rcsi-researchers-develop-synthetic-mitral-valve-model
- USA bündeln NAM-Bemühungen und NICEATM bekommt neuen Sitz
Quelle: Wikipedia. Die National Institutes of Health (NIH) haben am 15. Juni die Einrichtung des „Office of Research Innovation, Validation, and Application“ (ORIVA) bekanntgegeben. ORIVA wird die NIH-weiten Bemühungen zur Entwicklung, Validierung und Skalierung von „New Approach Methodologies“ (NAMs) koordinieren, darunter 3D-Modelle menschlichen Gewebes, computergestützte Werkzeuge und andere tierversuchsfreie Methoden, die die menschliche Biologie besser widerspiegeln können. Dorthin wird auch das National Interagency Center for the Evaluation of Alternative Test Methods (NICEATM) umziehen. ORIVA ist in der Abteilung für Programmkoordination, Planung und strategische Initiativen (DPCPSI) im Büro des Direktors (OD) der NIH angesiedelt und wird einen zweigleisigen Ansatz verfolgen. Ein Bereich wird Innovationen in der Forschungsgemeinschaft durch die Entwicklung neuer Fördermöglichkeiten, Forschungsinfrastruktur und Ausbildungsressourcen unterstützen. Die andere wird eine behördenübergreifende Initiative koordinieren, um die Bewertung und Akzeptanz neuer Forschungsmethoden zu erleichtern. Das National Interagency Center for the Evaluation of Alternative Test Methods (NICEATM), das für die Förderung neuer methodischer Ansätze zuständig ist, wird diese Arbheit künftig im Rahmen des neu geschaffenen NIH-Büros für Forschungsinnovation, Validierung und Anwendung (ORIVA) fortsetzen. Dieses Büro wird eine entscheidende Rolle bei der Koordinierung der NIH-weiten Bemühungen spielen, humanbasierte Ansätze in der gesamten biomedizinischen Forschung der NIH zu entwickeln, zu validieren und deren Anwendung auszuweiten. Da NICEATM nicht mehr Teil des National Toxicology Program (NTP) sein wird, heißt es zukünftig D-NICETAM. Bei ORIVA gibt es auch fünf sehr interessante Postdoc-Stellenangebote. Sie stehen US-Bürgern, Personen mit rechtmäßigem Daueraufenthaltsstatus sowie ausländischen Staatsangehörigen offen. Informationen zu den einzelnen Stellenangeboten finden Sie auf der Webseite mit den Ausschreibungen (siehe unten). Weitere Informationen: https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-launches-new-office-advance-human-based-research-reduce-animal-use https://www.zintellect.com/Opportunity/Details/NIH-DPCPSI-ORIVA-NICEATM-2026 https://www.zintellect.com/Opportunity/Details/NIH-DPCPSI-ORIVA-NAM-2026 https://www.zintellect.com/Opportunity/Details/NIH-DPCPSI-ORIVA-MOVIZ-2026 https://www.zintellect.com/Opportunity/Details/NIH-DPCPSI-ORIVA-PBPK-2026 https://www.zintellect.com/Opportunity/Details/NIH-DPCPSI-ORIVA-IATA-2026
- United Kingdom: Forscher bestätigen eine Ursache für entzündliche Darmerkrankungen
Ein britisch-dänisches Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Holm H. Uhlig vom Centre for Human Genetics, an der University of Oxford, UK, hat mit Hilfe eines zellulären Assays bestätigt, dass neutralisierende Autoantikörper in bestimmten Fällen für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen verantwortlich sein können. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Grafik: Julius Senegal, Wikipedia, CC BY-SA 3.0. Autoantikörper sind fehlgeleitete Antikörper des Immunsystems, die sich nicht gegen Krankheitserreger, sondern irrtümlich gegen körpereigenes Gewebe - in diesem Fall gegen die Interleukin 10-Signalübertragung - richtet. Diese ist ein zentraler entzündungshemmender Mechanismus des Immunsystems und dämpft überschießende Immunreaktionen, um Gewebeschäden zu verhindern. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Autoimmunreaktionen gegen einen wichtigen Akteur des Immunsystems entwickeln: gegen Interleukin-10. Dies führt zu unkontrollierten Entzündungen. Das Forschungsteam hat rund 4.900 Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen analysiert. Sie verwendeten einen zellulären Interleukin-10-Reporter-Assay und einen Enzymimmuno-Assay zur Bestimmung neutralisierender Interleukin-10-Autoantikörper in Serumproben der Patienten. Von den Patienten hatten etwa 3,5 % Antikörper gegen IL-10 in sich, die bei nicht betroffenen Menschen nicht vorkommen. Viele mit Autoantikörpern wiesen zudem eine Genvariante eines Immungens mit der Bezeichnung HLA-DRB1*01:03 auf (Human Leukocyte Antigen - DR-Isotyp 1). Es handelt sich um eine Gruppe von Zelloberflächenrezeptoren eines Proteinmoleküls, das eine Schlüsselrolle in der erworbenen Immunabwehr spielt. HLA-DRB1*01:03 ist der stärkste genetische Risikofaktor für Colitis ulcerosa. Die Autoren sind überzeugt, dass die Ergebnisse dabei helfen können, diagnostische Tests für diese Art von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie die Therapien für diejenigen verbessern, die Anti-IL-10-Antikörper tragen. Originalpublikation: Gharahdaghi N, Yeh PJ, Ceron-Gutierrez L, Griffin H, Gordon H, Jayamanne C, Fracchia A, Chong AY, Walsh A, Brain O, Baker K, Kockelbergh H, Luo Y, Guevara Becerra M, Vadakethala K, Coy M, Kabiri L, Barnardo M, Dunachie S, Kronsteiner B, Adams A, Fowler D, Zhang Q, Fachal L, Anderson CA, Desoki R, Vestergaard MV, Larsen L, Wyatt NJ, Lees RD, Mulligan RJ, Dong C, Sharip MT, Faustini SE, Shields A, Pakpoor J, Naz B, Richter A, Satsangi J, Lamb CA, Parkes M, Powrie F, Mentzer AJ, Sazonovs A, Jess T, Klenerman P, Travis S, Hambleton S, Doffinger R, Uhlig HH. Interleukin-10 Autoantibodies and HLA-DRB1*01:03 in Inflammatory Bowel Disease. N Engl J Med. 2026 Jun 11;394(22):2212-2222. doi: 10.1056/NEJMoa2513654. PMID: 42269151. Weitere Informationen: 1. Zhang Q, Shakweh E, Sharip MT, Zare B, Roberts C, Wyatt NJ, Clough J, Bewshea C, Garwany OE, Lees R, Mukhtar S, Rehman H, Thistle H, Mulligan R, Taylor M, Raymode P, Hamilton B, Noor NM, Morda F, Taylor M, Gyanwali M, Tobi O, Kateroglou S, Von Hagt S; UK IBD Genetics Consortium; NIHR IBD BioResource; Sebastian S, Hart A, Keylock L, Pele L, Lees CW, Raine T, Lamb CA, Anderson CA, Ahmad T, Uhlig H, Parkes M, Fachal L, Kennedy NA, Lee JC. (2026). HLA-DRB1*01:03 in patients with inflammatory bowel disease: a genotype-phenotype association study. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2026, Jun 15: S2468-1253(26)00113-5. doi: 10.1016/S2468-1253(26)00113-5. Epub ahead of print. PMID: 42296978. 2. https://www.labroots.com/trending/cell-and-molecular-biology/30664/researchers-cause-inflammatory-bowel-disease 3. https://www.ndm.ox.ac.uk/team/holm-uhlig
- Frankfurt: Wirkstoffentwicklung mit virtuellen Patienten
Quantitative Systems Pharmacology (QSP)-Modelle spielen eine zentrale und immer wichtigere Rolle in der klinischen Entwicklung. Sie verknüpfen Biologie, Pharmakologie und Mathematik, um die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und dem komplexen biologischen System des Menschen am Computer zu simulieren. Virtueller Patient. Computer-generiert: artfulcolorworks, Pixabay. Virtuelle Kontrollen in der präklinischen Toxizitätstestung sind mittlerweile bekannt. An der Translational Medicine Unit (TMU) am Sanofi BioCampus in Frankfurt zum Beispiel geht Dr. Markus Rehberg noch einen Schritt weiter und entwickelt digitale Zwillinge für die klinische Arzneimittelentwicklung mit Hilfe von Quantitativen Systempharmakologie-Modellen. Eine Modellierung mittels quantitativer Systempharmakologie (QSP) ermöglicht es Arzneimittelentwicklern, Tausende von Experimenten, klinischen Studien und alternativen Hypothesen in silico zu simulieren, bevor sie kostspielige Experimente durchführen. Dies sind mathematische und computergestützte Simulationswerkzeuge, die Systembiologie und Pharmakologie kombinieren. Weitere Informationen: 1. https://info.metrumrg.com/en/qsp-1 2. https://www.bionity.com/de/news/1188928/wirkstoffforschung-mit-virtuellen-patienten.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=bionityde--2026-06-15--1&mtm_group=bionityde&WT.mc_id=ca0264 3. Musante CJ, Ramanujan S, Schmidt BJ, Ghobrial OG, Lu J, Heatherington AC. Quantitative Systems Pharmacology: A Case for Disease Models. Clin Pharmacol Ther. 2017 Jan;101(1):24-27. doi: 10.1002/cpt.528. Epub 2016 Nov 18. PMID: 27709613; PMCID: PMC5217891.
- Polen: NAMs.Network Initiative
Polnische Flagge. Foto: Kpalion, Wikipedia. Das polnische Forschungs- und Technologieunternehmen QSAR Lab hat die open access-Datenbank NAMs.network entwickelt. Damit wollten die Entwickler:innen Wissen über New Approach Methodologies (NAMs) zur Gefahrencharakterisierung leichter auffindbar, verständlicher und nutzbarer zu machen. Die Datenbank enthält Informationen zu bereits gesetzlich zugelassenen NAMs, in der behördlichen Validierung befindliche NAMs sowie noch in der Entwicklung befindliche NAMs für die Risikobewertung von chemischen und pharmazeutischen Substanzen. Weitere Informationen: https://nams.network/
- Hamburg: Ebola Forschung mit Organoiden
Ein deutsch-amerikanisches Forschungsteam unter der Leitung von Forscher:innen des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin und der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York, haben Hirnorganoide entwickelt, um die Mechanismen zu untersuchen, die es dem gefürchteten Ebola-Virus ermöglichen, langfristig in seinem Wirt zu überleben. Ein Ebolaausbruch ist sehr gefährlich und erfordert umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Foto: bhossfeld, Pixabay. Die Ebola-Viruserkrankung (EVD) ist eine multisystemische Erkrankung des Menschen, die mit einer außerordentlich hohen Sterblichkeitsrate einhergeht. Bei Überlebenden kann es zu einem Wiederauftreten von Entzündungen in Geweben kommen, in denen das Immunsystem abgeschirmt oder stark reguliert ist, so z. B. das Zentralnervensystem. Die Viren überdauern im Körper. Die Überdauerung erfolgt durch ständige Replikation des Ebola-Viren-Genoms über die akute Krankheitsphase hinaus, dies kann zur Produktion von infektiösen Viruspartikeln außerhalb einer Wirtszellen führen. Diese Persistenz wird mit erneuten Ausbrüchen von Ebola-Virenerkrankungen in Verbindung gebracht. Das Wissenschaftsteam wollte untersuchen, wie das Virus langfristig in seinem Wirt überlebt. Dafür hat es Gehirn-Organoide aus humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPSCs) entwickelt, die verschiedene Zelltypen des Gehirns enthielten (Neuronen, Astrozyten, Mikroglia, Oligodendrozyten). Die Organoide wurden über 100 Tage kultiviert und anschließend mit dem Ebola-Virus über mindestens 120 Tage infiziert. Zum Vergleich erfolgten weitere Infektionen mit anderen Viren (z.B. Lassa-Virus, LASV), auch verschiedene Zelllinien (Vero E6, Huh7, SH-SY5Y Neuroblastomzellen) kamen zum Einsatz. Alle Proben wurden molekularbiologisch, immunhistochemisch und u.a. elektronenmikroskopisch analysiert. Das Team konnte beobachten, dass das Ebola-Virus (EBOV) in menschlichen zerebralen Organoiden (aus induzierten pluripotenten Stammzellen) eine produktive, langanhaltende Infektion über mindestens 120 Tage etablieren konnte. Auch andere Filoviren (Sudan-, Marburg- und Reston-Virus) waren dazu in der Lage, nicht jedoch das Lassa-Virus. Das Ebola-Virus infizierte kontinuierlich Astrozyten und Neuronen. Es rekrutierte und infizierte zudem Mikroglia im Organoid. Auch Oligodendrozyten wurden infiziert. Die Infektion breitete sich von der Peripherie aus ins Zentrum des Organoids aus. Während der andauernden Infektion entstanden zudem genetische Defekte und Subvarianten des Virus. Zur Verbreitung nutze das Virus den Prozess des Ausschleusens von Viren als auch die direkte Zell-zu-Zell-Übertragung. Es kam zu zellspezifischen angeborener Immunantworten, insbesondere in den Mikroglia. Astrozyten zeigten trotz Infektion eine schwächere Immunantwort. Durch die andauernde Infektion kam es zu einer späten, lokalisierten Entzündung im Gehirnmodell. Organoide bieten eine einzigartige Möglichkeit, das Phänomen in einem menschlichen Kontext statt in einem Tiermodell zu untersuchen, hieß es in einer aktuellen Pressemitteilung. Dies könne dazu beitragen, Behandlungen wie antivirale Medikamente neu zu bewerten und zu optimieren, und eröffne darüber hinaus Wege, den Einsatz von Tiermodellen in der Infektionsforschung in Zukunft zu reduzieren. Originalpublikation: Widerspick, L., Vidal Freire, S., Steffen, J.F. et al. Host–virus determinants of Ebola virus persistence in a human cerebral organoid model. Nat Microbiol (2026). https://doi.org/10.1038/s41564-026-02388-2 Weitere Informationen: https://www.bnitm.de/aktuelles/news/versteck-im-zentralen-nervensystem-mit-hirnorganoiden-die-biologie-des-ebola-virus-besser-verstehen












